Einander schützen. Gemeindearbeit mit AHA.

Einander schützen. Gemeindearbeit mit AHA.
Veröffentlicht am Mi., 9. Sep. 2020 16:18 Uhr
Neuigkeit

Jede Zeit im Leben hat ihre eigene Lern-Herausforderung, ihre eigenen Aha-Effekte. In den vergangenen Monaten haben wir eine Ahnung bekommen, wie es sich anfühlen muss im Beruf täglich Atem- und Mundschutz zu tragen, ein AHA-Erlebnis, was Ärzt:innen und Pfleger:innen schon immer täglich leisten! Wir bekommen Kenntnis und Respekt vor Aerosolen: AHA, das sind feinst verteilte unsichtbare schwebende feste oder flüssige Stoffe in der Atemluft, die unser Leben viel mehr mitbestimmen, als uns bewusst war. Und wir sind umsichtiger geworden mit den Händen, der Umarmung, der Nähe in Warteschlangen und lesen an den Bushaltestellen: AHA - Abstand, Hygiene, Alltagsmaske. Auch im Gottesdienst gibt es AHA-Erlebnisse, wenn Menschen weit verteilt in der Kirche ‚atmo – sphärisch‘ so viel Raum um sich haben, wie sie mit ihrer Atem-Luft füllen. Denn wie jede Kirchengemeinde musste auch Paul-Gerhardt lernen Schutzkonzepte zu schreiben und umzusetzen. Einem Schutzkonzept für die Kirche folgend werden seit Mitte Mai wieder sonntäglich Gottesdienste gefeiert. Die Höchstzahl von 35 Teilnehmenden hat sich bewährt, alle Regeln (veröffentlicht auf der Homepage) werden sorgfältig eingehalten. Und es ist schön und tut gut, gemeinsam den Gesangbuchliedern zu lauschen, die von einer Solostimme zur Orgel gesungen werden. Es ist also zum Glück möglich sich in einem Gottesdienst in Paul-Gerhardt Gottes Schutz und Segen anzubefehlen und dabei die eigene und die Gesundheit anderer zu schützen. Schrittweise hat auch das Leben von Gemeindegruppen wieder begonnen. Für jeden genutzten Raum gibt es ein Schutzkonzept, und es ist genau zu beachten, dass eine Kindertagesstätte, deren Alltag stundenlange Nähe von Pädagog:innen und Kindern verlangt, unter anderen Bedingungen arbeitet als Gemeindeleben geschieht. So wurde die Problematik 

gemeinsam genutzter Toiletten und Räume im PAULe und Herrenhaus deutlich spürbar und musste lösungsorientiert bedacht werden. Auf größere Veranstaltungen – wie z.B. das Apfelfest - wird in diesem Jahr verantwortungsvoll verzichtet. Und wenn es doch z.B. den Motorradgottesdienst gibt, dann nur im Freien und mit genehmigtem Schutzkonzept. AHA, nur so funktioniert Gemeinde in diesen Zeiten. Und der Wert einer Wiese an der Kirche, am PAULe, vor dem Herrenhaus steigt – Luft! Wind! Himmel! AHA! In allem geht es dabei um die Atmo – Sphäre. Denn mit AHA - Abstand, Hygiene, Alltagsmaske – soll nicht an den Nerven gezerrt und Lebendigkeit verhindert werden. Es geht um Schutz, um den Schutz der Gesundheit und des Lebens aller. Doch geht es nicht um den Schutz voreinander. Es geht darum einander zu schützen. Das ist ein aerosol-feiner Unterschied, doch er ist wirksam und ein AHA-Erlebnis und eine Lern-Herausforderung unserer Zeit.

 Pastor Friedrich Fallenbacher