Hoffnungsläuten

Veröffentlicht am Fr., 24. Apr. 2020 12:32 Uhr
Neuigkeit

Lasst die Glocken läuten!

Täglich um 12 Uhr erklingt das Angelus-Geläut als Aufforderung zum Innehalten und zum Gebet. Dazu wird mit der Gebetsglocke geläutet. Zu den üblichen Gottesdienstzeiten der Gemeinde wird auch in der Zeit der Versammlungsverbote weiter geläutet. An Karfreitag um 15 Uhr erklingt die Totenglocke. Am Karsamstag soll das Angelus-Läuten schweigen. An den Osterfeiertagen zu den Gottesdienstzeiten erklingt das volle Geläut.

Die Botschaft 

Wir läuten die Glocken als Zeichen der Hoffnung in schwere Zeit. Der Klang der Glocken verbindet alle, die sie hören, von Flensburg über Hamburg bis Usedom. Wir verbinden uns mit uns selbst (indem wir einen Moment innehalten), mit anderen (indem wir an sie denken) und vielleicht mit Gott (indem wir beten). Auch die Menschen, die im Moment einsam sind und nicht besucht werden, hören die Glocken und gehören dazu. Die Glocken erinnern: Es ist an der Zeit, innezuhalten, zu beten! Sich zu besinnen auf das, was tröstet und stärkt und uns trägt angesichts dieser globalen Krise. Sie unterbrechen unsere Gedanken und Sorgen, unsere Arbeit und Einsamkeit. Die Glocken rufen Christen seit vielen Jahrhunderten zum Gebet. In dieser Zeit können sie zum Erinnerungsruf für alle werden, sich einmal am Tag Zeit zu nehmen, um in sich zu gehen und neue Hoffnung und Kraft zu schöpfen.

Die Chance: Hören und Dazugehören 

Glocken erreichen die Ohren und Herzen sehr vieler Menschen auch bei Ausgangsbeschränkungen; auch wenn sie einsam in Pflegeheimen und Krankenhäusern liegen; auch wenn sie allein in ihren Wohnungen sitzen; auch wenn sie arbeiten müssen; auch wenn sie in Schlangen stehen. Sie wollen Verbundenheit stärken, Trost und Hoffnung spenden, Innehalten ermöglichen. Sie laden ein, den Tag zu unterbrechen: die Sorgen, die Ängste, die Ohnmacht, das Grübeln, die Hektik, die Langeweile, die Trägheit, die Überforderung. Unterbrechung – die kürzeste Definition von Religion: Sich zurückbinden an das, was trägt und hält! Innehalten – sich besinnen – sich (im Gebet) mit sich selbst, mit anderen, mit Gott, der Lebenskraft, der Quelle allen Lebens zu verbinden – aneinander denken und füreinander beten – sich stärken lassen von alten Worten, die schon viele Menschen vor uns in Krisen und schweren Zeiten getragen und ermutigt haben – danken – hoffnungsvoll(er) und gegen Ohnmacht widerständiger weiterleben – Gemeinschaft stärken, sich im Gleichklang mit allen Menschen hier im Norden verbinden. 

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